Edwin ap Raan: Unterschied zwischen den Versionen

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== Tiefenwald - Hauptstadt Garan 30 nach Hilgorad ap Mer ==
 
== Tiefenwald - Hauptstadt Garan 30 nach Hilgorad ap Mer ==

Version vom 17. August 2019, 21:08 Uhr

Edwin ap Raan
Edwin von Tiefenwald.jpg
Name Edwin ap Raan
Rasse Mensch
Rang Hochadliger
Titel Fürst von Tiefenwald
Glaube Die Viere
Herkunft Tiefenwald
Kultur Südgaladonisch
Geburtsdatum 5 nach Hilgorad
Alter 25
Haarfarbe Dunkelbraun
Augenfarbe Blaugrau
Statur Schlank
Größe 175 Halbfinger
Typ Festlandcharakter

Tiefenwald - Hauptstadt Garan 30 nach Hilgorad ap Mer

Edwin richtete sein ledernes Gewand. Er wusste, dass das Fürstentum Tiefenwald für viele andere Lehen wie eine Provinz wirkte. Selbst die Größe der Hauptstadt Garan - tatsächlich die einzige Stadt in Tiefenwald, die überhaupt eine Markierung in einer Landkarte bekommen würde - war in den meisten Lehen nur eine Randnotiz wert. Aber er wusste, dass die Lage Tiefenwalds in diesem Krieg ungeschlagen war. Solange man zumindest der galadonischen Krone weiterhin treu zur Seite stand. Seine verstorbene Großmutter Ulanda von Fürstenwald, deren Titel er erbte, hatte vor Beginn des Krieges unzählige Gesuche Cortans erhalten, auf dass sie die Aufrüstung Cortans unterstütze. Mit großzügigen Schenkungen, Versprechungen auf Titel und noch mehr Reichtum, später auch Drohungen, sollte sie den Holzhandel mit Cortan aufnehmen und in Galadon einstellen. Edwin wurde als stiller Beobachter zu jedem dieser Treffen eingeladen. Da seine Eltern nun schon lange verstorben waren - sein Vater durch Krankheit und seine Mutter durch verlorenen Lebensmut - wusste er, dass er den Titel seiner Großmutter erben würde. Und mit ihm all ihre Pflichten.


Tiefenwald - 3 Götterläufe zuvor - 27 nach Hilgorad


Die cortanische Gesandtschaft war von Besuch zu Besuch unterschiedlich. Zu anfangs waren sie gönnerhaft und beschenkten Ulanda mit erstaunlichen Schätzen. Edwin war es durchaus bewusst, dass seine Familie eine der ärmsten Fürstenfamilien waren - zumindest wenn man nach der Menge der Dukaten und Edelsteine ging, die in der bescheidenen Truhe im Gemach seiner Großmutter aufbewahrt wurden. Auch fand er es eher beklemmend zu wissen, dass sie wie Barbaren fast ausschließlich vom Tauschhandel lebten, da ein jeder in den umliegenden Lehen ihr Holz und ihre Holzwaren begehrte, aber sie auf ihrem nicht sehr fruchtbaren Land kaum eine Kartoffel ziehen konnten. So floßen wenige Dukaten in das Lehen - die störrischen naturverbundene Elfen in und um Garan mit ihrem Hang zur Askese waren nicht unschuldig daran - und man lebte gut, aber blieb selbst als Fürst nur in einfachsten Leinen und Fellkleidern gewandet. Damit er sich wenigstens ein wenig von den Bauern unterscheiden konnte, bevorzugte er es seine, von Elfen gefertigte, Lederrüstung zu tragen. Der dunkle Wolfspelzmantel, der sein dunkles Haar und seine großgewachsene Gestalt noch eindrucksvoller erscheinen ließ, unterstützte ein stattliches Auftreten.

Edwin war zunehmend irritiert, dass seine Großmutter stets ablehnender wurde, je höher die Angebote der Cortaner wurden. Sie hätte doch wissen müssen, dass ab einem gewissen Punkt ihre Widerwilligkeit nicht mehr als Handelstaktik verstanden werden musste, sondern als Ablehnung. Nach Monden der Verhandlungen, der Krieg war, laut der Herolde, die von Bernstein in alle Lehen geschickt wurden, bereits ausgebrochen, war es Edwin selbst, der seiner Großmutter ein Ultimatum stellte.

"Großmutter, du musst dich eines Besseren besinnen! Cortan ist weit weg, aber die galadonische Krone wird uns schröpfen. Sie wird uns dazu zwingen all unser Holz für den Krieg aufzuwenden, da wir keine Truppen stellen können! Und was machen wir dann? Die Kassen sind leer. Wir haben keine Verbündeten und wir würden zu Sklaven der Krone degradiert. Ist es das was eine gute Anführerin ausmacht, Großmutter? Ist es dir in deinen letzten Götterläufen - Morsan bewahre uns davor, dass dieser Tag bald kommen wird - so gleichgültig, was mit deinem Lehen wird?"

Ulanda, die alte Dame, die niemals ihre Ruhe verlor, betrachtete ihren aufgebrachten Enkel duldsam. Sie legte stets ihre Arbeit ab, wenn man sie ansprach um ihre volle Aufmerksamkeit dem Redner zuzuwenden. Scharfsinnig blickten die dunklen Augen zwischen den faltigen Lidern hervor. Sie war eine Frau, die vom Leben gezeichnet war. Doch nie entwich der Stolz aus ihrer Gestik und Mimik. Die leise Stimme leicht kratzig vom Alter, aber jedes Wort akzentuiert und deutlich gesprochen, erfüllte den Raum, als Edwin schweigend mit angespannter Miene im Raum auf- und abging.

"Mein guter, lieber Edwin. Es erfreut mich sehr, dass die bellumsgeküsste Leidenschaft meines Sohnes auch in den deinen Adern brodelt - vermisse ich ihn doch so sehr, dass ich mich Tag um Tag frage, warum Morsan ihn nahm und nicht mich. Doch sehe ich dein Antlitz, ist jedweder Wunsch nach einem frühen Ableben mir ferner, wie es nicht sein könnte. Du bist ein würdevoller Mann geworden, Edwin. Ein Mann dem man folgen möchte. Ein Mann der auch endlich eine Frau an seine Seite holen sollte um den Titel von Tiefenwald weitergeben zu können."

Edwin schnaubte verächtlich. Er war nun 25 Götterläufe alt - das wusste er auch ohne die tägliche Erinnerung daran. Aber er konnte sich jederzeit eine Frau nehmen, wenn er denn nur gewollt hätte.

"Jedoch sehe ich in dir auch nach wie vor noch einen kleinen Jungen, der von seinem Vater zu oft nach Falkenstein und Bernstein gebracht wurde. Der Geschmeide in Seide und Gold in seinen Augen widerfunkeln sah. Dessen Lippen mit den edelsten Weinen versüßt wurden. Deren Zunge die süßesten Kuchen schmeckte. Du bist verwöhnt, mein lieber Edwin. So verwöhnt, dass du wahren Reichtum und Nachhaltigkeit verkennst."

Edwin blieb stehen, als seine Großmutter daraufhin schwieg. Auffordernd blickte er sie an, doch wusste er, dass jedes Wort das nun über seine Lippen kommen würde, gegen ihn verwendet worden wäre. Also wartete er wenig geduldig, aber sich eines besseren besinnend schweigend ab.

Dein Respekt vor der Frau die dich großgezogen hat, ehrt dich., sprach sie aufrichtig und ein Lächeln zierte ihre schmalen Lippen. Auch Edwin kam nicht umhin das rare Lächeln seiner Großmutter zu erwidern. Seine Anspannung löste sich jedoch nicht. Er wollte in ihren Augen nicht als ungeeignet erscheinen. In den Chroniken unserer Familie wiederholte sich immerzu ein Muster. Unsere Vorfahren hatten viele Zeiten des wahren Reichtums zu verzeichnen. Doch ausnahmlos immer hatten sie in der selben Zeit sehr große Probleme mit den Elfen im Seelenwald. Warum fragst du dich? Das ist simpel zu erklären: Sie beuteten die Wälder aus und sahen nicht, dass auch wenn die Elfen hier im Vergleich zu den Menschen in ihrer Zahl unterlegen schienen, dass es kaum einen Ort gibt auf Falandrien, an dem sich derart viele Elfen auf einem Fleck aufhalten - seit Jahrtausenden - wie hier in Tiefenwald. Nicht die Elfen sind die Bittsteller in dieser Konstellation. Sondern wir. Die Ältesten im Seelenwald tragen die selben Namen, egal wie weit du es in unseren Chroniken zurückverfolgst. Sie haben uns auf ihrem Land geduldet und zugelassen, dass wir ihm einen galadonischen Namen geben. Dass wir die äußersten Bäume des Seelenwaldes für unsere Zwecke und für den Handel abholzen dürfen. Gebe ich Theobald nach, mein lieber Edwin, dann habe ich dir ein Lehen gestohlen, was ich dir mit meinem Tod ohne Bedenken in deine Hände gelegt hätte. Auch Galadon wird keine Gefahr für uns. Denn dann werden die elfischen Herrscher des Seelenwaldes aufbegehren und das Problem für uns lösen, ohne dass eine einzige Person, die die Familie von Tiefenwald zu beschützen schwor, in diesen Krieg ziehen muss.

Edwin setzte sich nach den Worten und wischte eine Hand über sein Gesicht, ehe er sein Kinn auf seine Hände bettete und eine leise Bitte um Verzeihung erklingen ließ. Er hatte seiner Großmutter unrecht getan.

Und er fühlte sich wieder wie ein zehnjähriger Junge, der noch lange nicht so weit war dieses Lehen zu führen. Wann auch immer seine Großmutter in Morsans Hallen ihren wohlverdienten Frieden finden würde. Edwin würde ihre Worte im Herzen mit sich tragen.